Als Autor auf Mallorca leben: Geht das?

mallorcaIch stelle mir das schön vor: Nach jahrelanger Arbeit einfach mal abschalten, raus aus dem Büro und ein paar Jahre im Ausland leben – das sollte als Autor ja eigentlich möglich sein, oder?

In der Realität ist es natürlich nicht ganz so einfach, wer auswandern will, hat zahlreiche bürokratische Hürden zu überwinden und nicht immer ist im Ausland alles so schön, wie man es sich aus dem Urlaub vorgestellt hat.

Mein persönlicher großer Traum wäre es, einfach mal nach Mallorca zu ziehen. Dort würde ich dann die Sehenswürdigkeiten von Palma genießen, mich morgens an den Strand legen, abends in die Stadt gehen und zwischen drin in der Siesta zu Hause den PC Monitor anschalten und ein paar Games spielen oder eben dem eigenen Beruf nachgehen und etwas schreiben.

Aber es wird wohl bei diesem Traum bleiben, denn ich persönlich bin einfach nicht mutig genug, um diesen Schritt alleine zu gehen, da bräuchte man schon einen Partner, denn als Schriftsteller ist man ohnehin immer ein bisschen einsam und dann auch noch im Ausland, wo man niemanden kennt? Ich weiß nicht.

Mit einem Partner an meiner Seite würde ich es mir vielleicht überlegen, aber wo findet man jemanden, der mit einem mal einfach so nach Mallorca ziehen und alles stehen und liegen lassen will? Gibt es so etwas wie eine Auswandererbörse im Internet?

Ernst gemeinte Frage, denn das Thema beschäftigt mich wirklich, ich hab nach all den Jahren in Deutschland eigentlich schon lange genug von dem Land und der ständigen Regulierung, von dem Nationalismus und Patriotismus beim Fußball, der natürlich in dem Fall vollkommen legitim ist, obwohl man durchaus merkt, dass das jahrelang etwas unterdrückt wird, dass dann alle zwei bis vier Jahre bei diesem großen Event wieder aufbricht.

Traurig aber wahr und im Ausland wird das auch so gesehen, weshalb man es als Deutscher in Spanien oder Frankreich derzeit vermutlich auch nicht ganz einfach hat. Also doch zu Hause bleiben – oder irgendwo hingehen, wo Dich niemand kennt? Fragen über Fragen.

eBooks oder echte Bücher?

kindleManchmal stelle ich mir die Frage, wie wohl unsere Wohnzimmer in ein paar Jahren aussehen werden: In den letzten Jahren gibt es immer weniger Dinge, die man sich in das Wohnzimmer stellt, weil alles zunehmend digital wird. Es gibt statt DVDs und Blu-rays immer mehr Filme, die man einfach streamt oder per iTunes kauft, auch Musik ist längst digital geworden und die Online Käufe haben CDs abgelöst, aber jetzt kommen eben auch noch Bücher dazu: Während früher das Bücherregal zu jedem Wohnzimmer dazu gehörte, egal ob man las oder nicht, liegt heute oft genug einfach nur noch ein Kindle oder ein anderer eBook Reader herum und die Schränke bleiben leer. Werden wir in zehn, zwanzig Jahren überhaupt nichts mehr zu Hause rumstehen haben?

Das ist eine berechtigte Frage, auch wenn einen Autor natürlich vor allem eines interessieren sollte: Werde sich eBooks tatsächlich komplett gegenüber klassischen Büchern auf Papier durchsetzen? Auf der einen Seite bieten eBooks natürlich viele Vorteile: Man muss nicht mehr in ein Geschäft gehen, um sich ein Buch zu kaufen, man kann kostenlose Leseproben herunterladen, häufig ist das eBook deutlich billiger und vor allem kann man immer mehrere hundert Bücher mit sich herumtragen. Die Zeiten, in denen man sich vor einem Urlaub für ein oder zwei Bücher entscheiden musste und dann auf diese angewiesen war, sind längst vorbei.

Auf der anderen Seite sind Bücher häufig genug auch noch Geschenkartikel, denn wenn man so gar nicht weiß, was man zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken soll, dann geht man in eine Buchhandlung und kauft ein Buch. Aber ein eBook kann man schlecht verschenken, weil es halt irgendwie keinen echten Wert hat und auch die bei manchen so beliebte Geschenkgutscheine finde ich persönlich eher albern. Da mag zweifellos auch ein wenig Geschmacksache und Subjektivität mit dabei sein, aber es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man jemandem Geld in die Hand drücken, wenn man einen Gutschein schenkt und das will man ja in den meisten Fällen doch nicht, weil man sich dabei so alt fühlt.

Deshalb glaube ich, dass echte Bücher auch mittelfristig noch von Bedeutung sein werden, allerdings mehr als Special Editions für Geschenke und Sammler – aber zum Lesen greift man dann immer öfter zum eBook.

Übungen für Schriftsteller

Häufig fragen Schriftsteller, ob es nicht gute Schreibübungen gibt, mit Hilfe derer man das kreative Schreiben lernen kann. Tatsächlich gibt es die in gewisser Weise, in gewisser Weise aber auch nicht. Lassen sie uns dazu ein wenig ausholen!

Natürlich ist es möglich, wie in der Schule eine klassische Übung zu stellen, nach dem Motto: Schreiben Sie 500 Worte über dieses Thema und mit dieser Prämisse, diesen Charakteren oder diesem Twist! Das mag für viele nach genau dem klingen, was sie suchen, doch leider hat das ganze gleich zwei große Haken: Zum einen gibt es keine richtige Antwort, die man am Ende der Übung als Auflösung kontrollieren könnte, zum anderen erfüllt die Schule und der Unterricht hier zu Lande vor allem einen Zweck: Jegliche Kreativität abzutöten.

Das mag sich ein wenig brutal anhören, doch wie in kaum einem anderen Land lernen wir in Deutschland von der Grundschule an vor allem eines: Regeln zu befolgen, ohne sie zu hinterfragen. Es gibt keinen guten Grund, warum man viele Themen, die in der Schule gelehrt werden, tatsächlich lernen sollte, denn sie bereiten weder auf eine etwaige Ausbildung noch auf den Alltag vor, doch weil es im Lehrplan eben so steht, müssen sie erfüllt werden, ob es Sinn ergibt oder nicht. Und wer auf eine echte Auflösung hofft, wird wie gesagt ohnehin enttäuscht werden.

Die tatsächlich beste Schreibübung sind daher Kurzgeschichten wie man sie in Deutschland kaum kennt, die aber international sehr beliebt sind: Schreiben Sie zwischen 500 und 5000 Wörtern über ein Thema Ihrer Wahl, mit einer Prämisse, mit Figuren, Dialogen und einem Twist Ihrer Wahl! Das ist die beste Übung, die es nur geben kann, denn was Sie daraus machen, liegt ganz bei Ihnen und Sie tun vor allem genau das, was wirklich das einzige ist, was beim Schreiben lernen hilft: Sie setzen sich hin und schreiben!

Sie wollen ein Buch schreiben? Tun Sie es einfach!

Ich habe einige Jahre das Schreiben von Büchern und Drehbücher in einem Kurs an der Volkshochschule (VHS) unterrichtet und ich war jedes Mal wieder erstaunt, wie viele Gedanken sich die Leute doch machen: Sie stellen Fragen der Sorte “Wie unterteile ich ich eigentlich Kapitel?”, “Wie viel Geld kann ich als Buchautor verdienen?” und “Was passiert mit den Filmrechten, wenn ich einen Bestseller herausbringe?”, die selbst erfahrenen Schriftsteller höchstens im Hinterkopf herumschweben, aber nie wirklich präsent sind. Und bei all diesen absurden Gedanken vergessen sie vor allem eines: Ihr Buch zu schreiben.

“Wie schreibt man ein Buch?”, das ist eine ebenso oft gehörte Frage und die ganz simple Antwort darauf lautet: Setzen Sie sich an eine Tastatur oder nehmen Sie sich einen Kugelschreiber und ein Blatt Paper und schreiben Sie! Doch das ist keine Antwort, welche die meisten Menschen hören wollen. Sie wollen irgendwelche Tricks und geheime Kniffe kennenlernen, als gäbe es so etwas wie einen Secret Code, den alle Schriftsteller kennen, der aber Normalsterblichen vorenthalten wird. Doch nichts wäre weiter von der Realität entfernt. Tatsächlich wird man nur Autor, indem man sich hinsetzt und schreibt.

so schreibt man ein buch

Natürlich gibt es zahlreiche Seiten und Bücher rund um’s Schreiben: Autor werden erklärt Ihnen das Buch schreiben, Schreiben.io bietet zahlreiche Informationen rund um das Thema und auch Ein Buch Schreiben ist äußerst empfehlenswert. Doch all diese Informationen, all dieses Fachwissen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass man nicht in seinem eigenen Kopf zum Schriftsteller wird.

Sicher, man muss viel überlegen, wenn man eine Geschichte schreiben will, vieles spielt sich vor dem geistigen Auge ab, man spielt unzählige Optionen durch, es ist wie ein innerer Film. Und es ist nicht verkehrt, auch viel über die Grundlagen von Dramaturgie und Story zu wissen, Details wie Plotpunkte zu verstehen, zu wissen, was einen Charakter ausmacht, seine Weltsicht, eine Sprache. Aber nichts davon hilft Ihnenn, wenn Sie sich nicht hinsetzen und schreiben!

Viele so genannte Autoren glauben, dass Sie einfach nur tausende Infos anhäufen müssen, dann setzen Sie sich nach einem Jahr endlich mal hin, tippen ihren Roman oder ihr Drehbuch runter und der wird sofort ein Erfolg. Falsch, denn wie in jeder anderen Lebenslage auch, kann die Theorie nur ein erster Ansatz sein, aber nie die endgültige Lösung: Ohne Übung und ohne Praxis bringt auch das beste vermeintliche Fachwissen nichts.

Stellen Sie sich das Schreiben wie das Erlernen einen neuen Sprache vor oder, nein, stellen Sie es sich wie das Fahradfahren vor: Sie können die physikalischen Hintergründe verstehen, Sie können beobachten, wie andere Menschen auf Ihr Rad steigen und in die Pedalen treten, aber all das kann Sie nicht darauf vorbereiten, selbst im Sattel zu sitzen und das Gleichgewicht halten zu müssen, zu lenken.

Und nicht anders ist es beim kreativen Schreiben: Nur, wenn Sie es ausprobieren und üben, am besten täglich und jahrelang, führt es Sie auch zum Erfolg. Und nur dann dürfen Sie sich auch ernsthaft als Schriftsteller beschreiben, denn ein Schriftsteller ist, wie der Name schon sagt, nur jemand, der auch tatsächlich Schriften erstellt und somit schreibt – alles andere sind Träumer!

Veröffentlichen Sie Ihren Roman doch einfach selbst!

Ich finde einfach keinen Verlag, höre ich von so vielen Schriftsteller, nachdem Sie sich monate- oder gar jahrelang an ihrem ersten Roman versucht haben. Sie haben eine halbe Ewigkeit Ideen gesammelt, dann ihren Stoff en detail ausgearbeitet, ein halbes Jahr lang jeden Tag von morgens bis abends geschrieben – und dann, endlich, waren sie mit ihrem Roman zufrieden, haben ihn ihren Freunden gezeigt und sich letzten Endes sogar getraut, ihn an Buchverlage zu schicken.

All das kostete nicht nur viel Zeit, sondern auch enorm viel Überwindung und man kann allen Ernstes behaupten, dass sie insgesamt wahrscheinlich die Arbeitszeit von einem Jahr in ihr Werk gesteckt haben. Was für ein Aufwand! Und zugleich ein verdammt triftiger Grund, sich nicht gleich von den ersten Absagen der Buchverlage aus dem Konzept bringen zu lassen, denn um einen Roman zu veröffentlichen, benötigt es heutzutage überhaupt keine Verlage mehr, im Gegenteil: Sie können Ihr Buch einfach selbst rausbringen und müssen dafür nicht einmal mehrere Monate lang warten, ein paar Stunden Zeit genügen. Und die sollten Sie nach der langen Schreibphase ja wohl haben, oder?

Um Ihren Roman selbst zu veröffentlichen, brauchen Sie im Grunde nur einen Account bei den zahlreichen Anbietern für das Selfpublishing, beispielsweise zählt Amazon längst dazu, aber es gibt auch noch andere wie BOD und Co. Dort geben Sie ihrem Buch einen Titel, nennen den Namen des Autors, schreiben natürlich auch eine kurze Inhaltsangabe und dann laden Sie die Textdatei hoch, in der sich Ihr Werk befindet. Weil das Ganze schön aussehen soll, braucht es auch noch ein gutes Cover für das Buch, was es bei einer Website wie Fiverr schon für knapp drei Euro gibt. Gut, manchmal muss man zehn oder zwanzig Euro investieren, aber viel teurer wird es nicht.

Ist all das erledigt, können Sie Ihren Roman sofort online veröffentlichen, zunächst als eBook, dann aber auch als gedruckte Variante, wenn Sie zum Beispiel zu Createspace gehen. Dann kann jeder Kunde Ihr Buch ganz einfach bei Amazon und zahlreichen weiteren Händern bestellen. Sie müssen nur selbst auf Rechtschreibung und andere Kleinigkeiten achten, damit sich die Leser nicht beklagen. Und, natürlich, sollte Ihr Roman auch gut und sinnvoll geschrieben sein. Aber das wissen Sie ja selbst am besten.

Sie wollen Schreiben lernen? So geht’s!

Schreiben ist ein komplexes Thema, unter dem man viele verschiedene Dinge verstehen kann: Möchten Sie einfach nur einem Kind das Schreiben beibringen, um es auf die Schule vorzubereiten oder es schon in der Grundschule von Beginn an zu unterstützen? Ihm den Spaß beibringen, den man am Schreiben haben kann, um sich später nicht vorwerfen zu müssen, dem eigenen Kind nie die Faszination des Schreibens und Lesens erklärt zu haben? Oder möchten Sie selbst Schreiben im weiteren Sinne lernen: Wie schreibt man ein Buch, was steckt hinter einem Drehbuch, wie formuliert man einen Brief und wie baut man eine Bewerbung auf? Was auch immer es ist, wir hoffen, dass Sie hier sämtliche Antworten finden werden!

Schreiben lernen: So geht's!

Natürlich ist das Thema so komplex, dass es schwierig ist, alle Bereich auf einmal abzudecken, weshalb wir uns zunächst dem Schriftsteller widmen wollen, der in jedem von uns schlummert: Hatten Sie nicht schon seit Ihrer Kindheit heimlich den Traum, eines Tages ein Buch zu schreiben? Wenn nicht, dann wären Sie jetzt sicher nicht hier. Aber das kreative Schreiben ist weitaus schwieriger, als man annimmt und nur mit dem Lesen von Büchern alleine wird man noch kein guter Autor, sonst gäbe es nicht ein paar dutzend, sondern tausende oder gar hunderttausende perfekte Schriftsteller auf der Welt. Doch die wirklich guten sind sparsam gesät.

Deshalb beginnen wir das Thema des Schreiben lernens mit der Analyse und einer wichtigen Aufgabe, die aber nur eine von vielen sein wird, denen Sie im Laufe dieses kleinen Lehrgangs ausführen werden: Nehmen Sie sich ein x-beliebiges Buch aus dem Regal einer Buchhandlung und lesen Sie es!

In Ordnung, bezahlen Sie es vorher noch und natürlich muss es auch kein x-beliebiges Buch sein, sondern es kann sich durchaus um ein Buch handeln, das aus dem Genre stammt, das Sie am besten kennen und das Sie am meisten interessiert. Aber es sollte eines sein, das Sie selbst noch nicht kennen, das Sie selbst noch nicht gelesen haben und am besten auch von einem Autor, der Ihnen nicht vertraut ist. Kaufen Sie keinen Bestseller, sondern ein Buch, das irgendwo in einem Regal steht, vielleicht schon ein wenig verstaubt ist!

Und nun, wie gesagt, lesen Sie es! Lesen Sie es von vorne bis hinten und machen Sie sich dabei ständig Notizen über alles, was Ihnen in den Sinn kommt. Wichtige Fragen oder Aspekte wären zum Beispiel: Wie führt der Autor seine Figuren ein? Wie beschreibt er die Umgebung? Wie unterteilt er Kapitel? Wie pfiffig sind die Dialoge gestaltet? Ergibt die Geschichte Sinn? Und vor allem: Was gefällt Ihnen und was gefällt Ihnen nicht?

Die Analyse von fremden Werken ist der erste Schritt auf dem Weg zum eigenen Buch und sollte daher mindestens einmal komplett vollbracht werden, um sich selbst ein Bild davon zu machen, was man als Autor alles beachten muss – und auf welche Schwächen und Stärken ein Leser unter Umständen stößt. Sie selbst werden vielleicht überrascht sein, welche vermeintlichen Kleinigkeiten Ihnen als Leser auffallen und über welch große Logiklücken man mitunter bereit ist hinwegzusehen, wenn die Geschichte und ihre Figuren stimmig wirken!